„Ort und Werk“: Goethe, Wandrers Nachtlied (Ein Gleiches), gesprochen am Goethehäuschen bei Ilmenau

Die Reihe „Ort und Werk“ auf Poetenwege.de stellt Gedichte und andere literarische Texte vor, gesprochen an Schauplätzen der Handlung oder dem jeweiligen Ort ihres Entstehens.

Für Sigrid Damm ist es Goethes „vielleicht vollendetster ,Roman über das Weltall‘“, den er damals geplant, aber nicht realisiert habe. „Die Verse durchwandern in einem einzigen Bild- und Sprachklang gewordenen Gedanken den ganzen Kosmos.“ Gustav Seibt bewundert „das Minimum an Aufwand für ein Maximum an Wirkung“. „Das Gedicht ist klein, aber es strahlt Weite aus.“ Es kommt vor zum Beispiel in Daniel Kehlmanns „Vermessung der Welt“ (wenn auch als Paraphrasierung), wird zerpflückt in Georges Perecs „Die Maschine“ und auf Händen getragen in Milan Kunderas „Die Unsterblichkeit“, die in weiten Teilen auch ein Goetheroman ist.

„Wandrers Nachtlied (Ein Gleiches)“ gehört zu den bekanntesten Gedichten im deutschen Sprachraum und fand auch international Verbreitung. Goethe schrieb es am 6. September 1780 auf die Holzwand einer Jagdhütte auf dem Kickelhahn. Am 27. August 1831, dem Vorabend seines 82. Geburtstags, besuchte der Dichter den Ort noch einmal. Heute sind die Verse an gleicher Stelle in einem Nachbau des Ende des 19. Jahrhunderts abgebrannten Holzhauses in 16 Sprachen zu lesen (und das Original auf einem Foto zu sehen).

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„Ort und Werk“: Karel Hynek Mácha, „Máj“ (Auszug), gesprochen am Jarmilafelsen am Mácha-See

Die Reihe „Ort und Werk“ auf Poetenwege.de stellt Gedichte und andere literarische Texte vor, eingesprochen an Schauplätzen der Handlung oder dem jeweiligen Ort ihres Entstehens.

Den Auftakt bilden Verse aus dem Poem „Máj“ (Mai, 1836) des tschechischen Romantikers Karel Hynek Mácha, schaurig-schönes Nationalgedicht der Tschechen. In ihnen führt der Dichter Jarmila ein, die Geliebte seines zum Tode verurteilten Protagonisten Vilém, die diesen mit einem anderen Mann betrogen hatte, vom weiteren Geschehen seither noch nichts weiß und Vilém seit Tagen reumütig, aber vergebens erwartet. Die Jarmilina skála/Jarmila-Felsen nahe Staré Splavy/Thammühl am Ufer des heute nach dem Dichter benannten Máchasees gilt als Vorbild für den Handlungsort.

👉Das Video finden Sie hier bei Instagram, weitere Informationen in der Tourbeschreibung durchs Mácha-Land.

Wenig später, nachdem Jarmila vom Todesurteil gegen Vilém erfahren hat, der seinen Nebenbuhler erschlug, ohne zu wissen, dass es sich um seinen eigenen Vater handelte, heißt es:

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